MEXIKANISCHE PRÄSIDENTIN Claudia Sheinbaum STELLT STRATEGIE ZUR STÄRKUNG DER ENERGIESOUVERÄNITÄT VOR – NUTZUNG VON ERDGASRESERVEN ZUR REDUZIERUNG VON IMPORTEN

 

       

 

Mexikanisches Präsidialamt. Pressemitteilung 147/2026

 

  • „Was stellen wir in den Mittelpunkt? Souveränität. Was stellen wir in den Mittelpunkt? Die Entwicklung des Landes. Was stellen wir in den Mittelpunkt? Die Zukunft der Umwelt“, betonte die Präsidentin.
  • Für die Nutzung unkonventioneller Erdgasfelder wird ein Gremium aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Fachleuten eingerichtet, das innerhalb von zwei Monaten Empfehlungen vorlegen soll.
  • Die Strategie umfasst zudem effizientere Anlagen mit geringerem Energieverbrauch sowie einen verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, sodass deren Anteil an der Stromerzeugung bis 2030 von 24 % auf 38 % steigen soll.

 

Mexiko-Stadt, 8. April 2026. – Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stellte die Strategie zur Stärkung der Energiesouveränität vor. Diese sieht drei zentrale Maßnahmen vor:

Effizientere Anlagen mit geringerem Energieverbrauch;

Einen verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien;

Die Nutzung von Erdgasreserven aus konventionellen Feldern zur Verringerung der Importe.

Für unkonventionelle Felder wird ein Gremium aus Fachleuten in den Bereichen Wasserbewirtschaftung, nachhaltige Nutzung, Geologie und Umwelt eingerichtet, das innerhalb von zwei Monaten Empfehlungen vorlegen soll.

 

„Was stellen wir in den Mittelpunkt? Souveränität. Was stellen wir in den Mittelpunkt? Die Entwicklung des Landes. Was stellen wir in den Mittelpunkt? Die Zukunft der Umwelt und künftiger Generationen. Was stellen wir in den Mittelpunkt? Die Tragfähigkeit der Entwicklung unseres Landes. Werden die Gasimporte enden? Nein, das ist unwahrscheinlich, da wir eine erhebliche Menge dieses Energieträgers importieren. Sie werden jedoch schrittweise reduziert, da solche Entscheidungen Zeit für ihre Umsetzung benötigen.

Es ist nicht so, dass wir heute eine Entscheidung treffen und morgen Ergebnisse sehen. Die Entwicklung dieser Art der Gasförderung wird 10 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen“, erklärte Sheinbaum in der morgendlichen Pressekonferenz („Mañanera“).

Die Präsidentin betonte, dass Erdgas in nahezu allen Industriezweigen des Landes benötigt wird. Sie berichtete, dass ein Team seit vier Monaten in Texas und Kalifornien in den Vereinigten Staaten sowie in Kanada unterwegs ist, um neue Technologien für deren Nutzung zu analysieren. Zudem kündigte sie an, dass das Gremium der Fachleute am Mittwoch, den 15. April, gemeinsam mit Infrastrukturprojekten in diesem Bereich vorgestellt wird.

Sheinbaum hob die guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten hervor und bestätigte bestehende Lieferverträge für Gasimporte aus diesem Land. Gleichzeitig unterstrich sie, dass die Stärkung der Energiesouveränität eine verantwortungsvolle Entscheidung sei.

Energieministerin Luz Elena González Escobar erklärte, dass Mexiko täglich 255 Mio. m³ Erdgas verbraucht, wovon 65 Mio. durch Petróleos Mexicanos (Pemex) produziert und 193 Mio. importiert werden. Dies bedeutet, dass derzeit rund 75 % des verbrauchten Erdgases importiert werden; im Jahr 2025 stammten etwa 80 % davon aus Texas und 20 % aus Kalifornien.

Präsidentin Sheinbaum wies darauf hin, dass diese Abhängigkeit zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber internationalen Preisschwankungen, Wetterbedingungen, internationalen Konflikten, Einschränkungen der regionalen Entwicklung, Unsicherheiten in der Versorgung sowie Abhängigkeit von externen Entscheidungen führt. Daher besteht das Ziel darin, Mexikos Erdgasreserven zu nutzen und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 von derzeit 24 % auf 38 % zu erhöhen.

Der Generaldirektor von Pemex, Víctor Rodríguez Padilla, erläuterte, dass Gasfelder in zwei Kategorien unterteilt werden:

Konventionelle Felder, in denen Gas gemeinsam mit Öl vorkommt oder als trockenes Gas direkt in Pipelines eingespeist wird;

Unkonventionelle Felder, in denen Gas in Rissen von hartem Schiefergestein oder in verdichteten Sandformationen vorkommt.

Rodríguez erklärte, dass ein erhebliches Förderpotenzial besteht: rund 2,35 Mrd. Kubikmeter in konventionellen Feldern und über 4 Mrd. Kubikmeter in unkonventionellen Feldern. Zudem werde Pemex gemäß der sektoralen Planung bis 2030 etwa 115 Mio. Kubikmeter Erdgas produzieren, mit der Möglichkeit, diese Menge in den kommenden zehn Jahren – auch durch unkonventionelle Förderung – auf bis zu 243,5 Mio. Kubikmeter zu steigern.